Klaus und… die Banken

Dies ist der erste Beitrag in der Rubrik «Klaus und…». Klaus ist ein Fallbeispiel aus der Praxis, Klaus (Namen geändert) ist auch ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Klaus ist auch ein Partner geworden, auf seine Art. Wir sind einen Weg zusammen gegangen. Denn auch für Klaus ist besser, seinen Weg nicht alleine zu gehen…

Wie weit dürfen Banken Unternehmen beeinflussen? Wie weit dürfen Berater Unternehmen beeinflussen? Und wann beginnt eine faktische mit-Geschäftsführung?
Sind wir (wie im Bild) Dirigent unseres eigenen “Chores” oder werden wir zunehmend fremdbestimmt?

Die Frage geht vor allem an die Spezialisten, Rechtsanwälte, Steuerberater – aber ebenso auch an Banken. Und natürlich an alle Unternehmerinnen und Unternehmer.

(auf Linkedin sind die Hashtags nachlesbar: #berater #bank #anwalt #anwaltskanzlei )

Ein Fallbeispiel: Klaus (Namen erfunden, Fall aus der Praxis) betreibt seit 20 Jahren eine Schlosserei. Erfolgreich (er hat sich ein Haus gebaut, in dessen Anbau er auch arbeitet, er hat immer sein Geld verdient, wenn auch bescheiden), aber es hat ihn ermüdet. Und er ist einfach Handwerker, Führungsarbeit liegt ihm nicht. Er schraubt gern und schweisst und hämmert.

Klaus ist gutmütig und sehr entgegenkommend. Er macht allen alles: Von kleinen handgefertigten Riegeln über den geschmiedeten Gartenzaun bis hin zum ausgedehnten Balkongeländer. Doch jetzt wird es ihm zu viel: Er gibt seinen Betrieb auf, nimmt einen verantwortungsvollen Posten in einer Torbaufirma an und will seinen Anbau verkaufen. Er beendet seine Selbständigkeit und sagt, er sei jetzt glücklich.

Im Rahmen der Gespräche darüber, was er jetzt mit seinem Anbau macht und dem restlichen Metall (eine Menge «Zeug» ist liegengeblieben) beklagt er unter anderem, «alle» seien ihm immer «auf der Nase herumgetanzt»: Mitarbeiter vor allem (mit den Kunden hatte er nie ein Problem!), aber eben auch Steuerberater und auch die Bank.

Ständig hätten ihm alle «diktiert», was er tun müsse. Und er sei «hinterhergehechelt». Verstanden habe er in den wenigsten Fällen, was «die wollten». Er rannte nur hinterher. Er fühlte sich zu vielem gezwungen, was er gar nicht verstanden hatte.

Ich stelle daher hier die Frage: Was dürfen, was sollen Berater? Was dürfen Banken? Wann beginnt die Einmischung in das Risiko des Unternehmers? Wann beginnt faktische Mit-Geschäftsführung? 

(LinkedIn: #geschäftsführung #bank #risiko)

Ermutigt hat mich das im Frühjahr 2022 auf LinkedIn veröffentlichte Fallbeispiel von Prof. Dr. Volker Römermann, CSP. Erhellend, dass an solch einer pädagogischen Situation sich Denkräume eröffnen. Aber die von mir gestellt Frage ist auch tief rechtlich gemeint. Und natürlich habe ich selbst eine Position dazu.

Assoziativ denke ich auch den vielen Social-Media-Beiträge von Anna Koschinski, die oft über ihre unternehmerischen Anfänge gesprochen hat. Ebenso an Cécile Jemmett, mit der ich kürzlich lange über Unternehmertum sprach. Abertausend andere wird das aber auch berühren.

(LinkedIn: #unternehmer #selbständig )

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